Das stärkste Medium aus Europa - Wer ist Canan369?

Meine Eltern kamen als Flüchtlinge aus einem Kriegsgebiet nach Deutschland. Sie waren schwer traumatisiert, was auch meinen Vater stark beeinflusste. Er verließ sich auf seine Instinkte und bereitete uns darauf vor, ebenfalls auf unsere Instinkte zu hören.

Schon in jungen Jahren, etwa mit vier oder fünf Jahren, lernte ich, die Stimmung meines Vaters zu deuten. Eine Viertelstunde bevor er nach Hause kam, wusste ich oft schon, ob er in einer guten oder schlechten Stimmung war. Es war eine Art Training, um mich auf mögliche negative Situationen vorzubereiten. Leider hatte mein Vater damals auch mit Alkohol- und Drogenkonsum zu kämpfen. Dies machte die Situation noch schwieriger, da man nie wusste, wie er reagieren würde.

Ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen, da diese Zeit einen großen Teil meiner Entwicklung ausmachte. Für viele Menschen wäre diese Situation negativ, aber ich sehe sie aus einer positiven Perspektive. Diese Erfahrungen waren meine ersten Berührungspunkte mit der telepathischen Kommunikation. Ich lernte, die Stimmung anderer Menschen zu spüren und mich auf mögliche Gefahren vorzubereiten.

Mit 14 Jahren war ich es leid, immer unter der Aufsicht meiner Eltern zu sein. Bereits mit 13 hatte ich zum ersten Mal versucht von zu Hause wegzulaufen. Damals war es aber so, dass die Behörden meine Eltern immer benachrichtigten, wenn sie mich irgendwo fanden. Trotz allem habe ich meinen Vater immer geliebt. Ich wusste, dass er nur das Beste für uns wollte und uns stark machen wollte.

Mit 14 Jahren wollte ich aber nicht mehr, dass meine Eltern wussten, wo ich war. Also beschloss ich, ohne Ausweis und ohne mich bei irgendwelchen Behörden zu melden, einfach mit dem Zug wegzufahren. Ich stieg in einer unbekannten Stadt aus, aber dann wurde mir klar, dass ich kein Geld dabei hatte.

Ich war 14 Jahre alt, allein in einer fremden Stadt, ohne Essen und ohne Trinken. Als es dunkel wurde, bekam ich Angst. Ich erinnere mich noch genau, dass ich mich unter die Stufen einer Kirche setzte. Das war meine erste Nacht auf der Straße. Ich musste feststellen, dass die Realität ganz anders war, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Den ersten Teil, die erste Aktivierung, verdanke ich definitiv meinen Eltern und dem Telepathie-Training meines Vaters, aber genauso wie meiner Mutter. Das heißt, wenn ich zum Beispiel plötzlich rausgehen wollte, sprang meine Mutter manchmal vor die Tür und sagte: „Jetzt darfst du nicht rausgehen! Wenn du jetzt rausgehst, wird dir etwas Schlimmes passieren."Diese Instinkte haben sie aus dem Krieg mitgebracht. Diese Instinkte hatten auch schon meine Omas und meine Uromas. Als Kind habe ich nie verstanden, warum ich nicht raus durfte, aber nach einer Stunde sagte sie: „Jetzt kannst du gehen, die Gefahr ist vorüber." Als ich raus ging erfuhr ich, dass eine Schlägerei ausgeartet ist und einige schließlich verletzt im Krankenhaus landeten. Meine Mutter konnte das schon vorher fühlen und hat uns dann nicht rausgelassen.

Als ich dann alleine auf der Straße war, musste ich meine Instinkte erstmal kennenlernen. Das heißt, wir reden hier nicht von einer Obdachlosigkeit, bei der ich drei Wochen bei irgendjemandem schlafen darf, sondern von einer Obdachlosigkeit, wo du draußen auf dich allein gestellt bist.

Ich sitze draußen und warte darauf, dass die Nacht vorbeigeht. Schlafen kann ich nicht, weil ich Angst habe im Dunkeln und ich nicht weiß, ob sich irgendwas nähert oder nicht, also bin ich wachsam. Ich bin allein, auf was konzentriere ich mich? Auf mein Bauchgefühl. Dieses Bauchgefühl kenne ich seit meiner Kindheit und habe es nie losgelassen. Somit hat es mich durch die Erfahrungen auf der Straße geführt.

Zum Beispiel kam eine Frau auf mich zu. Ich dachte, sie sprach mich an, weil sie mich beobachtet hat. Sie merkte, dass ich seit Tagen herumlief und sie hat gesehen, wie ich mich in den McDonalds setzte, wenn er aufmachte, und ich auf die Reste warte, die andere nicht fertig bekamen. So wurde ich dann angesprochen. Ich hatte ein bestimmtes Gefühl im Körper, konnte es aber nicht einordnen. Mein Vater hätte mir so etwas nicht angetan, es war ein anderes Gefühl. Trotzdem wagte ich den Schritt, als sie sagte: „Du kannst da bleiben, wo ich bleibe." und ging mit.

Ich möchte nicht auf die Details eingehen. Definitiv hatte sie nichts Gutes mit mir vorgehabt. Nachdem mir etwas angetan wurde, was nicht so angenehm war, hatte eine Person mich aus Mitleid rausgelassen. Sie hatte festgestellt, was für ein unschuldiges Kind ich eigentlich noch bin oder war zu diesem Zeitpunkt. Aber ich wurde eben nicht mehr als unschuldiges Kind rausgelassen. Das war der erste Instinkt, den mein Gehirn gespeichert hat und die erste Oktave.

Dann war die nächste Oktave, als mir jemand sagte: „Du kannst hier ohne Papiere als Detektiv arbeiten." Und dann sagt: „Gib du mir deine Jacke, weil ich arbeite draußen und du arbeitest im New Yorker drin." Ich stellte mich in den New Yorker rein. Das war wirklich der Hammer. Ich hatte nur diese Jacke und gab sie ihm. Ich habe sie diesem Jungen gegeben, der dann gegangen ist und nicht wieder kam. Irgendwann kamen die Mitarbeiter vom New Yorker und fragten mich, was ich da mache. Ich habe gesagt: „Ich bin der Hausdetektiv heute." Ich hatte mich gefreut, dass ich da mein Geld verdienen konnte. Dann haben die mir erklärt, dass es nicht so ist. Ich habe dann verstanden, krass, dieser Penner hat dir gerade deine Jacke abgefuckt. Aber auch als er mich das fragte, gab es ein bestimmtes Bauchgefühl, das ich auch dort abgespeichert habe.

So ging diese Reise weiter. Von Frauen bis Männern, die Sätze sagten wie: „Oh Gott, du armes kleines Ding, du kannst dich hier bei mir zu Hause aufwärmen." „Du kannst an den Kühlschrank gehen, dir was zu essen holen." In diesen vier Jahren habe ich nicht einmal erlebt, dass mir jemand etwas gutes wollte. Bis dann der Punkt kam, wo ich verstand, dass ich bei diesen Menschen nicht mitgehen konnte, sie hatten kein Mitgefühl.

Ich erinnere mich an den Winter, es war so kalt, wirklich so kalt. Es gab zu dem Zeitpunkt keine Handys, nur Telefonzellen und Telefonmünzen. Ich hatte diese eine Nummer von einem Mädchen. Es war Heiligabend, jeder Predigte von der Hilfe und dem teilen. Es war so kalt und ich klingelte an verschiedenen Haustüren. Alle hatten so angst, sie trauten dem Mädchen nicht, welches sich aufwärmen wollte. Die meisten drohten mir mit der Polizei, vor Angst lief ich dann weg. Ich wollte nicht nachhause, denn ich hatte mich so geschämt nicht mehr jungfräulich zu sein. Der Scham hatte mich gehemmt, den weg nach Hause aufzusuchen.

40 Pfennige, 40 Pfennige hatte ich mir erbettelt. Somit ging ich an die Telefonzelle und wagte den Anruf bei dem Mädchen, von der ich die Nummer hatte. Das vergesse ich nicht, die Mutter sagte mir „Warte, ich frage meinen Mann“ und daraufhin hörte ich ihn schreien „Es ist Heiligabend, ein Fest der Familie“. Damit waren die 40 Pfennige weg und das Telefon ging aus. Ich erinnere mich so gut daran, denn es hat mich so traurig gemacht.

Irgendwann sah ich das kaputte Gitter, welches in ein Keller führte. Dort fand ich Konserven Dosen und eine Coach. Ich schlürfte die Dosen und lag mich auf diese Coach. Ich hatte mich so gefreut und war so dankbar, denn ich hatte ein Platz im warmen und vor allem ein warmen Platz zum schlafen. Am nächsten morgen bin ich dann aus dem kleinen Gitterfenster wieder raus gekrabbelt.

Irgendwann wurde ich auf der Straße schlauer. Es gab manchmal, oder gibt es bestimmt heute auch noch, Wohnungen, die abgerissen werden sollen, aber noch nicht abgerissen wurden. Die Türen sind kaputt oder die Fenster offen. In solchen Gemäuern habe ich mich dann aufgehalten. Teilweise habe ich mir das Geld erbettelt. Oder auch teilweise, ich erinnere mich noch an einen Arschloch, wenn ich heute so darüber nachdenke. Der hatte eine Bar gehabt und ich habe gefragt, ob ich dort putzen darf. Dann hat er gesagt, „ja kannst du." Der hatte da eine Deko-Puppe drin, eine Plastikpuppe, die ein enges Kleid anhatte. "Aber du musst das tragen". Dann habe ich den ganzen Tag da drin die Gäste bedient und diese Kakerlake hat mir 20 Mark gegeben. Und auch da hatte ich immer schlechte Bauchgefühle. Wie dieses Bauchgefühl eines Tages auf dem Weg dorthin so intensiv war, hatte ich mittlerweile genug schlechte Erfahrungen gesammelt. Genug Instinkte, um zu wissen, hier kannst du heute nicht mehr rein, ansonsten wird dir etwas Schlechtes passieren. Also bin ich dort nicht mehr rein.

Ich erinnere mich auch daran, dass ich noch mit anderen Pennern zusammen war. Und es gab einen Moment in der Zeit, als ich da gearbeitet habe, dass die 5 Mark immer für unsere Zigaretten waren. Dann haben wir uns immer zwei Pommes davon geholt und ein ganz großes Fladenbrot. Ich sage dir eins, diesen leckeren Geschmack, wenn du nichts gegessen hast, Pommes im Fladenbrot, unvergesslich. Wirklich. Das war einfach so lecker, soooo lecker. Dazu noch eine kleine Ecke Hasch. Das war, für was diese 20 Mark am Tag für mich und die anderen Penner aufgegangen sind. Was auch immer zusammen kam.

Irgendwann kam der Moment, wo ich sah, wie zwei Frauen sich schlugen. Ich mischte mich ein, um der einen Frau zu helfen, die auf dem Boden lag. Eine andere Frau beobachtete das Ganze. Ich war schon ziemlich flink durch die Zeit auf der Straße geworden. Das heißt, ich hörte auf einmal die Sirenen. Anstatt wegzulaufen, nahm ich im Prinzip die asoziale Frau, die ich dann geschlagen habe, damit sie der anderen Frau nicht schaden kann, und habe sie über die wehrlose Frau auf den Boden gelegt. Ich habe ihre Hände auf den Kopf gemacht und einfach nur angefangen zu schreien: „Lass sie los!" Als die Polizei dann kam und wir eh keine Zeit mehr hatten zum Weglaufen, dachte die Polizei natürlich, ich versuche das Mädchen runterzuziehen. Man hat ihr kein Glauben geschenkt und ich konnte gehen. Daraufhin hat mich aber jemand verfolgt, der gesagt hat: „Hey, kleines Mädchen, bleib stehen!" Ich werde nie vergessen, was er gesagt hat. Er hat gesagt: „Wie bitte kann man so schnell reagieren und auf diese Idee kommen?" Und dann sagte er: „Wer bist du, woher kommst du?" Ich war etwas zurückhaltend, hatte aber dieses schlechte Bauchgefühl nicht. Ich war ehrlich.

Er schaute mich an und sah wie ich ausschaute. Er sagte mir "ich gebe dir eine Tüte und wenn du die dort abgibst, dann bekommst du viel Geld von mir. Du musst diese Tüte einfach nur abgeben." So fing es an, dass ich in die Drogenkreise geraten bin.

Ich hatte aufeinmal Geld, konnte mir Essen und Trinken kaufen, manchmal auch eine günstige Unterkunft finden. Bis es dann überhand genommen hatte und es für mich zur Normalität wurde. Nach einer Zeit verließ ich die Stadt, denn ich hatte einen Pit Bull gestohlen, der schlecht behandelt wurde. Bevor sie mich erwischen und mir den Pit Bull wegnehmen, entschloss ich weiter zu ziehen. Während der Zugfahrt sah ich den Kontrolleur und stieg schnell aus, damit er mich nicht erwischt. Das Geschehen brachte mich in die neue Stadt.

Ich verbrachte die Nacht am Bahnhof und bekam ein komisches Bauchgefühl. Der Pit Bull sprang direkt auf und positionierte sich in eine klare Richtung. Als ich diese mit meinem Blick folgte, sah ich wie sich mir besoffene Männer nährten. Ich sah den Pit Bull, hörte mein Bauchgefühl und ging weg. Am nächsten Tag schaute ich durch die Zeitungsannoncen und sah eine Annonce, in der stand, dass jemand Querschnittsgelähmt ist und Hilfe im Haushalt braucht. Wenn man dort kocht und putzt darf man dort in die untere Wohnung einziehen. „Jackpot!“ Hab ich mir gedacht, denn ich freute mich über eine Wohnung, wo man keine miete zahlen muss. Ich freute mich, denn es war die Möglichkeit für eine Wohnung ohne Papiere oder Anmeldung. Ich ging dort sofort hin und der Pit Bull drehte komplett durch. Ich habe dem Mann leckerlies gegeben, damit er diese dem Hund geben konnte. Dennoch überkam mich ein schlechtes Bauchgefühl, aber immer an anderen Stellen im Körper. Wegen dieser Gefühle und Situationen, erkenne ich heute die Gefühle der Menschen oder was die Auslöser sind. Ganz egal ob Sexueller Missbrauch, Körperlicher Missbrauch oder Psychischer Missbrauch ist. Du fühlst das überall in einer anderen Region vorher. Zum Beispiel fühle ich die Verwandten an der Rippe.

Der Mann bestand darauf, dass ich den Pit Bull ankette, bis der Hund sich an den Mann gewöhnt hat. Ich dachte mir nur, wieso ich das sollte, denn ich habe ja meine eigene Etage dort. Ich stimmte ihm zu, denn Hauptsache ich habe ein Obdach. Hauptsache ich habe diesen Obdach. 

Dann war ich in meinem Zimmer, in meiner Abteilung und spät abends legte ich mich schlafen. Der Hund lag mit mir im Bett und der angeblich behinderte Mann, dachte der Hund wäre angekettet. Ich wurde wach von einem Gebell und sah, wie der Pitbull den Mann in die Ecke getrieben hat, ihn nicht aus dieser Ecke rauslies, ihn aber auch nicht angreifte, aber mich weckte. Der Mann war total frustriert eingeengt in seiner eigenen Ecke, und sagte, „Hol das Drecksvieh von mir weg und geh hier raus!“

 

Wieder auf der Straße ging ich dem alten nach. Ich habe mit den anderen Pennern auf der Straße immer Gefreestylet. In dieser Stadt gab es einen Hip Hop Contest, wo ich teilgenommen und gewonnen hatte. 400 Mark, 400 Mark hatte ich gewonnen. Bevor ich mir mit diesem Geld eine Unterkunft kaufen konnte, kam jemand und bestand darauf mich zu produzieren. Ich lehnte ab und erklärte ich sei ein Vagabund und reise von Stadt zu Stadt, ich nicht wusste wie lange ich noch dort bleiben würde. Er bot mir an in seinem Tonstudio zu schlafen und ich keine Unterkunft suchen musste. Seine Bedingung war es bloß mich zu trainieren, denn bisher kannte ich nur den Freestyle von der Straße. Ich hörte auf mein Bauchgefühl und stimmte zu.

Es kamen viele Amerikaner in dem Studio aufnehmen. Sie brachten mir Englisch bei und haben deshalb extra nur auf Englisch mit mir gesprochen. Sie meinten, wenn ich Englisch sprechen könnte, dann könnte ich auch in der Armee als Security arbeiten und würde gutes Geld verdienen. Ich habe mir meine Geburtsurkunde drucken lassen, meinen Ausweis machen lassen und mich bei der Armee beworben. Sechs Jahre war ich von nun an im Sicherheitsdienst für die US Army tätig. Ich bekam eine Waffenausbildung gesponsert, mit einer erfolgreich abgeschlossenen IHK Sachprüfung. Irgendwann traf ich in einem Moment eine falsche Entscheidung. Ich sagte zur falschen Person, am falschen Tag, im falschen Zeitpunkt, im falschen Moment „Ja“. Ich habe Kokain probiert, das hatte mein Bewusstsein so erweitert, dass sich eine sofortige Sucht entfachte.

Es war nicht so wie jetzt, wie du mich jetzt als Medium siehst. Dort hatte es angefangen, dass wenn ich mit Leuten sprach, ich zurück in ihre Kindheit alles durch ihre Augen verfolgen konnte. Ich sagte sofort, wenn jemand log, dass es nicht stimmte und sie gerade nur so reagieren, weil ihnen dies und das als Kind zugestoßen war, "der Auslöser im Moment mit deiner Mutter, du hast immer geschrien, stimmt?". Ich habe sie nachgemacht, bis die Leute sagten „Entfernt sie, was stimmt denn mit der nicht?“

Schon vorher ist den Leuten im Sicherheitsdienst meine Gabe aufgefallen. Wenn wir zusammen im Sicherheitsdienst saßen und ich meinte, dass ich glaube, dass meine Bankkarte geklaut wird, wurde mir gesagt, dass ich sie sperren lassen soll. Am selben Tag wurde die Karte eingezogen und ich fragte sie woher die das wussten. Sie antworteten mir, dass ich es bin. "Du sagst immer Sachen, die gerade wirklich passieren". Bedeutet, andere waren sich über meine medialen Fähigkeiten viel stärker bewusst, wie ich selbst. Es war für mich so normal, dass ich dachte jeder hätte solche Fähigkeiten. Es war nicht so.

Durch die Sucht ging mein ganzes Geld drauf und ich begann wieder Drogen zu verkaufen, diesmal total abgerutscht. 2 Monate ging die Sucht, 2 Monate bis ich in den Spiegel schaute und mir gedacht habe „ Entweder stirbst du oder du landest im Puff“. Also flog ich nach Fuerte Ventura und bin einfach weg. Von Fuerte Ventura bin ich in die Türkei geflogen und bin nach eineinhalb Jahren wieder zurück gekommen. Erst als ich mir sicher war, dass mich dieses Teufelszeug nicht mehr unter Kontrolle hatte. Die Sucht war so stark, dass das erste was ich versuchte als ich wieder in Deutschland war, war es den Dealer anzurufen. Er hatte zum Glück eine neue Nummer.

Ich verkaufte weiter Drogen und habe einen Mann kennengelernt, indem ich mich sehr verliebt hatte. Er hatte das repräsentiert, wonach ich mich sehnte. Er hat mir das gegeben, was ich am meisten vermisste. Er deckte die Sehnsucht nach meiner Familie ab. Er war wie alles, wie Emotion Mutter, wie Emotion Vater, wie Emotion Geschwister. Ich blendete die schlechten Gefühle in seiner Gegenwart völlig aus. Es waren verschiedene Gefühle, Gefühle wie als ob mich jemand in den Rücken sticht, Gefühle als ob ich von innen geboxt oder zerquetscht werde. Er nutzte meine Naivität aus und beobachtete meine Instinkte genau. Er führte sogar Notizen. Irgendwann kamen Momente, wo ich immer wieder Krämpfe hatte. Ich hatte einfach so viele Krämpfe. Deshalb ging ich immer wieder zum Kardiologen und er sagte, "Nein, du hast nichts am Herz".

Mein Freund fragte mich, wo ich die Krämpfe habe, Ich sagte rechts und er meinte gleich kommt von rechts die Polizei. Dann kam die Polizei um die Ecke, ging an uns vorbei, ich staunte und fragte ihn wie er das gemacht hatte.

„Irgendwas beschützt dich oder warnt dich, weil alles bevor es geschieht, fühlst du. Dies in einem Ausmaß der eigentlich nicht normal ist. Es geht über ein Bauchgefühl hinaus, der Schlag ist ja oben in deiner Brust gewesen, oder der Krampf. Andere haben eben nur ein Bauchgefühl“, sagte er.

Ab dem Tag wo wir genug Geld erwirtschaftet hatten, brauchte er mich nicht mehr, er hatte nun andere Pläne. Das war der eskalierendste Moment von all meinen Fähigkeiten, deswegen bin ich auch ihm sehr dankbar. Er überfiel mich im schlaf und versuchte mich umzubringen, 14 Minuten lang. Ich hatte das Attentat überlebt, darauf werde ich jetzt nicht im Detail eingehen.

Nach dieser Nacht fühlte ich alle Menschen. Die Sachen, die ich vorher für mich fühlen konnte, konnte ich auch für andere Menschen fühlen. Also, wenn jemand einen Unfall hatte, konnte ich ihm das Zwei Wochen vorher sagen. Bedeutet, auch er ist ein Teil meines Seelenplans. Ich bin ihm von Herzen dankbar, dass er sich bereit erklärte, mir das anzutun, damit sich das alles entfalten konnte. Dadurch darf ich jetzt das machen, was ich liebe.

 

Nach dem Vorfall war ich Acht Jahre schwer Traumatisiert, ohne das ich dies bemerkte. Nach Acht Jahren, wurde mir klar, wie schwer Traumatisiert ich war und was für einen Schaden ich angerichtet habe. Jeder der sich mir nährte habe ich, aus der Todesangst heraus, dafür gesorgt, dass mir niemand was tun konnte. Ich verlor das Urvertrauen zu den Menschen.

Ich wurde dann Schwanger mit meiner Tochter. Ich hatte unheimliche Angst, sehr große Angst davor eine schlechte Mutter zu sein, angst davor, die Psychisch gestörte Frau zu sein, die ein Kind bekam.

Ich blieb im Drogenverkauf tätig, denn es war für mich so, als hätte ich 10 Jahre an der Kasse gearbeitet, es war normal für mich. Durch meine Instinkte wusste ich auch genau, wann ich links oder rechts abbiegen musste. Ich wusste immer ganz genau, welche Strecken gefahren werden müssen. Bis ich dann von Interpol festgenommen wurde. Während der Verhandlungen wurde ich mit Zwillingen Schwanger und es hieß ich soll Schwanger ins Gefängnis. So wie das Urteil viel, verlor ich ein Kind und ich musste im Krankenhaus bleiben. Ab dieser Phase begann ich vieles über das Herz zu lernen, denn mein Sohn kam mit einem Herzfehler zur Welt. In dieser Zeit lernte ich, wie das Herz arbeitet und funktioniert.

Mein Sohn überstand die große OP, während ich ihn, aus Angst, nie aus den Augen ließ. Als ich täglich bei ihm auf der Intensivstation lag, wurde mir bewusst, dass ich Menschen vergiftete. Mit dieser Erkenntnis rutschte ich in die Depressionen. Ich hatte erkannt, dass ich der böse bin und die, die mich festgenommen haben, waren die guten. Ich dachte doch immer, dass ich Team Gut bin.

Zu dieser Zeit verlor ich was ganz wichtiges, etwas was ich in all den Jahren nie verloren hatte. Es waren meine täglichen Gebete in der Nacht. In all den Jahren habe ich jeden Tag gebetet, so wie man es mich lehrte. Es gab keinen Tag ohne die Gebete, bis ich nur noch mit mir selbst sprach, also was heißt nur mit mir selbst, denn ich sprach mit Gott. Dort wusste ich, dass ich nicht verarscht werde und er immer für mich da ist.

Mein Sohn wurde entlassen und hatte alles überstanden. Ich war überglücklich, denn wir hatten es geschafft. Ich war so dankbar und ich wollte nie wieder etwas schlechtes tun. Dennoch war ich jetzt depressiv, denn ich realisierte, wie viele Jahre ich verloren hatte. Keine Ausbildung, nie etwas in die Kasse eingezahlt und 70.000€ offene Gerichtskosten. Ich wusste nicht mehr wo hinten und vorne ist.

Aufeinmal erkrankte mein Sohn von heute auf morgen wieder. Er hatte andauernd gehustet, aber es kam nie Schleim raus. So begann der 6 Jahre lange Lebensweg. Er wurde an den Polypen operiert und dann kam ein Krankenhausresistenter Keim dazu. Es hat 3 Jahre gebraucht, bis dieser identifiziert werden konnte. Ich wusste so wenig über die Ernährung und Kräuter, ich war so unbelesen. Ich war so dumm, denn durch meine Unwissenheit gab ich ihm das was er liebte. So viel Käse und Nudeln, er hat es so geliebt. Wirklich, Gluten und Kuhmilcheiweiß gleichzeitig und dazu noch Limonaden, noch mehr kann man gar nicht verkacken. Somit kamen die heftigsten 6 Jahre meines Lebens auf mich zu. Eine Zeit, wo mein Sohn um sein Leben kämpfte und ich alles ausprobierte ihn wieder gesund zu machen. Wir rannten von Klinik zu Klinik, von Arzt zu Arzt und dabei sammelten sich 8 Ordner. In allen diesen 8 Ordner stand „eine sehr seltene Form des Zehenschleims“. Den hatte man in so einer Form noch nie gesehen, der Schleim war wie Silikon, man konnte ihn wie ein Kaugummi ziehen. Man konnte ihm nicht die Nase putzen, denn man musste den Schleim aus der Nase ziehen. Ich merkte, dass alle Unikliniken mir die selbe Antwort gaben, währenddessen mein Sohn jeden Tag Tinnitus und Migräne hatte. Er konnte uns nichtmal richtig sehen oder hören, weil dieser Zehenschleim alles besetzt hatte. Es kam der Moment wo die Ärzte mir sagten „Es ist ja schön, wie sich sich so viel Mühe geben. Aber sie wissen schon, dass das alles umsonst ist und er nicht mehr lange hat“. Zuerst war ich sehr empört über diesen Satz, dennoch bin ich heute sehr dankbar dafür. Ich brach jeglichen Kontakt ab und fing an über alles zu lesen und ich habe bis heute nicht aufgehört. Lesen ausprobieren, lesen ausprobieren, eins nach dem anderen bestellt. Die deutschen Bücher reichten nicht aus, deshalb las ich auch die ausländischen Bücher auf anderen Sprachen.

Die homöopathischen Sachen waren so teurer und ich bekam nur das Geld vom Arbeitsamt. Ich musste an allen Ecken sparen, deshalb hatte ich meine Schuhe 6 Jahre lang mit Patex zugeklebt. Ich investierte nichtmal 14€ für einen Reißverschluss und trug fünf Pullis, damit mir draußen im Winter nicht kalt war. Dafür hatte er alles gehabt, was er brauchte. Meine Tochter musste auch viel zurückstecken. Das ganze Geld ging nur noch für Vitamine, Supplemente und in die Hoffnung. Jedes mal, wenn ich dachte, dass ich die Lösung fand, funktionierte es nicht. Die ersten Sachen die ich ausprobierte waren Ingwer, Salbei und so weiter. Das ist eine Lachnummer bei Zehenschleim, das bringt gar nichts. Vor allem nicht bei so einem kleinen Kind.

Aus dem Podcast von NNG World kennt man ja schon einige Szenen, wie ich dann noch stress mit dem Gesundheitsamt und Jugendamt bekam. Ich war so übersät von Ängsten, sodass ich nirgendwo mit meinem Sohn hinging, sonst hätte er sich wieder angesteckt. Die Ärzte gaben ihm zwischen 40 und 70 falsche Antibiotika, deshalb war sein Immunsystem so geschwächt. Nach meinem Wissen, braucht der Körper 12 Jahre um sich von den Antibiotika zu erholen.

Dann traf ich den Herr Doktor Bolland, er klärte mich über die Ernährung aus und verschrieb mir die guten Darmbakterien. Durch die Glutenfreie sowie Kuhmilcheiweißfreie Ernährung und den Darmbakterien hatte sich der Zustand schon verbessert. Die Erkältung war aber noch da und wir mussten etwas finden, was die Erkältung auslöscht und den zähen Schleim löst. Es kamen noch weitere Jahre dazu, also insgesamt 6 Jahre, bis wir die perfekte Kombination gefunden haben, die es geschafft hat.

Heute ist die Kombination für jeden greifbar, deshalb kann ich den Menschen heute direkt empfehlen, was sie nehmen müssen. Es ist eine Palette von verschiedenen Mitteln, aber alle sorgen dafür, dass du gesund wirst.

Mukoviszidose-Patienten müssen täglich Antibiotika trinken. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn sie die Ernährung umstelle würden, wäre dies nicht mehr nötig. Der Schleim von meinem Sohn war ja hundertmal zäher und ich habe gesehen wie sich nach der Ernährungsumstellung alles ins positive entwickelte. Viele sprechen über die Genetik, aber wer macht einen genetischen Unverträglichkeitstest? Da würde man besser erkennen auf was man allergisch reagiert. Viele die zum Beispiel auf den Weizen allergisch reagieren, reagieren auch allergisch auf die Banane. Die Gicht nannte man früher „Weizengicht“, heute wird es anders vermarktet.

Du hast mich gefragt, wer ich bin. Ich bin Canan. Ich bin das kleine Kind, was weggelaufen ist. Ich bin das jugendliche Mädchen, dass man als Straßenköter beschimpft hat. Ich bin der asoziale Drogendealer,  auf den man mit den Finger gezeigt hat. Und heute bin ich Canan, die so krampfhaft versucht hat und alles dafür gegeben hat, dass ihr Sohn gesund wird. Die, die die ganze Quantenphysik auf den Kopf gestellt hat. So viel gelesen  und ausprobiert hat von  Albert Einstein, Tesla, Wilhelm Reich und all diese große Naturheilkunde Präger. Heute bin ich die Frau, die sich vom Eigenanbau ernährt, die den Menschen Pflanzen und Kräuter empfiehlt. Naja, ich würde auch behaupten, dass ich einer der stärksten Mediums Europas bin. Das kann ich auch mit ganzem Stolz behaupten. Ich kenne mich nicht bei allen Krankheiten aus, aber ein paar habe ich auf den Kasten. Das bin ich, Canan, die Heilerin.

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6 Kommentare

Bin an einer Sitzung interessiert aber weis nicht welche ich da buchen muss
LG Viktoria
015203715697

Viktoria safarow

Liebe Canan… danke für deine Worte! Ich hatte damals zufällig in den Podcast bei Aron – reingehört und fand dich auch dort bemerkenswert, du hast viel gekämpft im Leben! Dann zufällig auf Insta gesehen und erstmal nicht gewusst, das du das bist. Jedenfalls finde ich dich sehr inspirierend, es zeigt egal wo man herkommt… jeder hat eine Bestimmung- schön das du deiner folgst 😉

Sara

Ich danke dir für deine Geschichte sie hat mich zutiefst berührt. ❤️ Und ich fühlte jedes Wort. Danke 🫶🏼

Suela

Woooow was eine krasse berührende Story! Danke🫶❤️

Patricia Höhn

Liebe Canan, ich weitnucht wie ich „zufällig“ hier gelandet bin, ich habe Deine Geschichte gelesen und es hat mich so sehr berührt und vieles erinnert mich so sehr🤍 danke fürs teilen 🤍 Gott hat Dir eine wundervolle Gabe geschenkt. Wie schön was Du tust! Ich schicke Dir Liebe 🥰

Anna

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